Herren 30 holen ersten Punkt gegen Wilhermsdorf
Di., 03.03.2026
Wilhermsdorf – Manchmal beginnt ein Spieltag nicht mit dem Einspielen, sondern mit einem Vermisstenfall. In diesem Fall: ein linker Tennisschuh. Hauptverdächtiger: Vincent, Sohn von Tom, der das gute Stück unauffällig aus der Tasche zog und daheim unter der Couch versteckte. Als die Herren 30 in Wilhelmsburg eintrafen, wurde klar: Wir haben ein Problem –
Die Familie musste nachliefern, die Aufstellung wurde kurzfristig umgebaut, und so begann der Spieltag mit Improvisationstalent.
Flo, an Position eins gesetzt, bekam es direkt mit dem stärksten Wilhelmsdorfer zu tun. Es entwickelte sich ein hochklassiges Duell mit langen Rallyes und intensiven Ballwechseln. Zweimal ging es in den Tiebreak – zweimal hatte der Gegner das etwas glücklichere Händchen. Eine Niederlage mit Zähneknirschen auf Augenhöhe, aber ohne Happy End.
Alex hingegen blieb die personifizierte Nervenstärke. Mit druckvollem Aufschlagspiel und der Ruhe eines Winterroutiniers steuerte er sein Match in den Match-Tiebreak. Präzise, fokussiert, kompromisslos. Sieg für Rohr. Wenn es eine Lebensversicherung für enge Spiele gibt, dann heißt sie an diesem Tag Alex.
Sven zeigte einmal mehr, warum Kondition seine zweite Muttersprache ist. Laufstark, präsent, mit unermüdlichem Einsatz. Doch sein Gegner steigerte sich zunehmend und drehte nach hartem Fight das Dreisatzmatch zu seinen Gunsten. Ein Spiel, das an den Reserven nagte – leider mit dem besseren Ende für Wilhelmsdorf.
Tom schließlich lieferte eine dieser Nervenschlachten, die wohl jeder Tennisspieler kennt aber besser wieder verdrängt. Führungen wechselten, Chancen wurden erspielt und vergeben, Emotionen schwankten zwischen Euphorie und innerem Monolog. Hinten raus wurde es nicht mehr ganz sauber, nicht mehr ganz locker. Am Ende fehlte das letzte Quäntchen Glück.
Nach den Einzeln stand es 1:3 – und doch spürte man: Hier geht noch was.
Was im Einzel noch fehlte, holten sich die Herren 30 im Doppel zurück – gemeinschaftlich, geschlossen, entschlossen.
Mit klarer Taktik und starkem Netzspiel bezwangen beide Rohrer Doppel ihre Gegner souverän. Kommunikation, Spielfreude und der feste Wille, diesen Spieltag nicht kampflos herzugeben, machten den Unterschied. Zwei Siege, ein 3:3-Endstand – und ein Punkt, der sich wie ein kleiner Triumph anfühlte.
Das wahre Highlight folgte allerdings abseits der Halle. Beim Griechen wurde analysiert, gelacht und mit Ouzo sowie dem einen oder anderen Bierchen auf die Moral angestoßen.
Weil die Stimmung so heiter war – und weil ein Punkt in Wilhelmsdorf eben gebührend gefeiert werden will – verlagerte sich der Abend schließlich auf Flo’s Dachboden-Garage. Dort, zwischen Werkbank und Werkzeug, klang der Spieltag spät und würdig aus.
Fazit:
Ein verlorener Schuh, drei verlorene Einzel – aber zwei gewonnene Doppel und ein gewonnener Teamgeist. Die Herren 30 zeigen einmal mehr: Spiele gewinnt man manchmal erst nach dem Spiel.
