Herren I feiern Rekordplatzierung nach Doppelspieltag zum Saisonausklang
Am 28.06 wäre eigentlich unser Auswärtsspiel gegen Neunkirchen am Brand angesetzt gewesen, doch die Gegner bezogen sich auf die neu eingeführte Hitzeregel und wollten den Spieltag mit weniger als 40 Grad im Schatten ausspielen.
Nach langem hin und her, Urlaubsplänen, Turnierkalender und Zeigninsvergabe/Abiball landete der Ersatztermin beim 10.07, also ein Freitag, um 14 Uhr.
Die erste Besonderheit startete gleich am Morgen. Manu, der an diesem Tag eigentlich Zeugnisübergabe und Abiball hatte und somit nachmittags nur nachkommen konnte, spielte sein Einzel deshalb Freitag Früh um 9 Uhr auf der Anlage des Rot-Weiß Schwabachs vor. Damit er es rechtzeitig nach Ansbach schaffte, ließ er unter Augen von Coach Stefan nichts anbrennen und gewann souverän in 2 Sätzen. Coach sichtlich zufrieden, Manu eher weniger...
Somit startete der Rest der Truppe um 14 Uhr mit einem 1:0 in die weiteren Einzel. Ein wahrliches Highlight des Spieltages waren die neuen "Tennis-Force Courts" des TC Neunkirchens. Obwohl die Gegner reichlichts :) wässerten, waren die Plätze staubtrocken und eisig rutschig. Nur Stefan gestand ihnen seine Liebe nach dem Einzel.
Yanni erwischte einen nettausgedrückt "bescheidenen" Tag und konnte nach 4:1 Führung im ersten Satz aus den nächsten 13 Spielen nur noch Eines machen.
Nils hingehen hatte seinen Gegner gut im Griff und gewann mit unzähligen, nicht erreichbaren Volley Stopps souverän in 2 Sätzen.
Chris verlor unglücklicherweise den ersten Satz knapp, spielte im Zweiten seinen Gegner zu Null an die Wand und musste sich anschließend leider im Matchtiebreak geschlagen geben.
Stefan machte gegen den frisch gewordenen bayrischen Meister U16 ein sehr gutes Match mit sehr ansehnlichen Punkten, kämpfte sich im zweiten Satz mit Break Führung gut rein, zog aber letztendlich den Kürzeren.
Einzelhighlight war wieder einmal Josef, der gegen einen ehemaligen Top-ATP-Profi spielen durfte, der eigentlich viel zu gut für diese Liga ist und selber nicht weiß, warum er sich das gegen jemand wie Josef antut. (Verständlich). Unbeeindruckt gewann unser "Rohr-Tscheche" den ersten Satz deutlich, um danach von einem Loch im Schuh/Socken/Fuß und der lauten, verbalen Unterhaltung des Starspielers etwas aus dem Konzept gebracht zu werden. Im Matchtiebreak konnte Peppi aber wieder zu gewohnter Qualität zurückfinden und holte uns das 3:3 nach Einzeln.
Nach standardgemäß langem Doppelaufstellungs-Talk entschieden wir uns eigentlich wie immer zu spielen, nur das diesmal nicht Josef, sondern Chris im Einserdoppel ran durfte.
Das verliebte Harmoniedoppel Vogelsang/Gastner konnte diesmal leider nicht ganz glänzen und musste ohne Sieg im Ehebett einschlafen.
Josef und Nils, eigentlich bis zum 6:3 4:3 Break vor komplett überlegen, kassierten ihr erstes Break bei erstem Breakpunkt im ganzen Match und gaben den zweiten Satz im Tiebreak ab. Auch im Matchtiebreak sollte das Glück nicht auf Rohrer Seite sein.
Ein weiterer verlorener Matchtiebreak im Einserdoppel machte die Niederlage dann endgültig. Nach 6:2 Führung im Satztiebreak des ersten Satzes verloren Chris und Yanni 6 Punkte am Stück. Der Zweite Satz konnte noch trotz krampfenden Chris per Aufschlag durchgebracht werden, bevor der Dritte an Neunkirchen ging. Auch im Doppel war die Größe des Profis nicht nur spielerisch wieder einmal zu sehen. Man munkelt das Einzel als auch das Doppel hätte er in einem, ihm würdigen ATP Finale, wohl nie beenden dürfen.
Damit stand die zweite Aufwärtsniederlage in Folge auf dem Papier. Lange drüber nachdenken war aber nicht, da wir am Sonntag gleich unser letztes Heimspiel gegen Herzogenaurach antreten mussten.
*Heimsieg zum Saisonende*
Nach nur einem Tag Regenerationszeit - bzw. im Fall unseres Konditionswunders Stefan gar keiner, da er am Samstag noch Herren 30 spielte – empfingen unsere Herren I nach dem Auftritt am Freitag in Neunkirchen nun am Sonntag den TC Herzogenaurach zum Saisonausklang. Auf Wunsch der Gegner starteten das 2er, 3er und 6er-Einzel.
Yanni an zwei hatte dabei vor allem im ersten Satz mit seinem Gegner und dessen lautstarken einstimmigen Fansupport zu kämpfen, behielt jedoch im Tiebreak mit 7:4 die Oberhand und Nerven und machte im zweiten Satz mit ungewohnt geduldiger Spielweise den Deckel drauf (7:6, 6:2). Auch Josef wurde angewiesen, im 3er-Einzel nicht gleich mit dem ersten Schlag den Punkt erzielen zu wollen, sondern auf den richtigen Moment zu warten. Das setzte er von Beginn an hervorragend um, auch wenn er nach eigener Aussage den Ball nicht sonderlich gut fühlte. Nach einem schnellen 6:1 gingen zu Beginn des zweiten Satzes gleich drei Spiele lange hin und her. Da unser Peppi mit einer 2:1-Führung aus dieser Phase hervorging und seinen Gegner dazu brachte, den geliehenen Schläger seines Schülers im Boden und Zaun zu versenken, war danach wieder Einbahnstraßentennis angesagt (6:1, 6:1). Davon konnte in Manus Einzel an sechs wie üblich nicht die Rede sein. Hier war großer Kampf angesagt! Leider konnte Manu in seinem sehenswerten Match eine 4:3-Führung mit Break nicht in die Satzführung ummünzen und belohnte auch im zweiten Satz trotz hohen Einsatzes und Aufschlags zum Satzgewinn nicht mit dem Einzug in den Matchtiebreak, sondern musste den Umweg über den Satztiebreak einschlagen. Dieser entwickelte sich zu einem richtigen Krimi, weshalb sich zwischenzeitlich zwei Drittel des Publikums vor Platz 3 eingefunden hatten, um dem Schlagabtausch beizuwohnen. Für beide Seiten gab es Satz- bzw. Matchbälle und nach vielen starken Rallys holte sich der in dieser Phase etwas offensivere Gegner aus Herzogenaurach mit 16:14 (oder so ähnlich) den Tiebreak und das Match (4:6, 6:7).
Unser gut eingespielte Einser Stefan bekam es mit einem tschechischen Linkshänder zu tun, der mit Aufschlag und Vorhand erstaunlichen Spin und Schlaggeschwindigkeiten entwickelte. Stefan hielt jedoch hervorragend dagegen und erspielte sich bei 4:4 im ersten Satz zwei Breakchancen, die sein Gegner jedoch souverän abwehrte. Danach schaltete dieser noch eine Stufe höher, holte sich den ersten Satz mit 7:5 und schlug auch im zweiten Satz in den wichtigen Momenten zu (5:7, 3:6). An vier nutzte Christoph mal wieder seine bekannte Schlagvielfalt und verwirrte seinen jungen Gegner mit geschickter Variation. Die Erkenntnis, hier an seine Grenzen zu stoßen, tat Christophs Gegner dabei lautstark mit österreichischem Einschlag kund. Christoph geriet jedenfalls nie ernsthaft in Bedrängnis und fuhr einen klaren Sieg ein (6:2, 6:1). Nils‘ Gegner an fünf war sogar noch einen tick jünger und kleiner als der von Christoph, begann sich nach einem deutlichen ersten Satz jedoch besser zu wehren, während Nils in den Stand-Bye-Mode schaltete und die Saison geistig etwas zu früh beendet zu haben schien. Irgendwie murmelte er sich noch in den Satztiebreak, in dem er eine 6:2-Führung immerhin nicht mehr komplett verspielte und bei 7:5 das Match zumachte (6:1, 7:6).
Da die Herzogenauracher nur noch zu fünft waren, nachdem der 3er irgendwann verschwunden war, stand fest, dass mindestens ein Doppel und damit auch der Gesamtsieg sicher an Rohr gehen würde. Christoph und Nils beschränkten sich als spielfreies 3er Doppel als Ballholer und Essensvorbereiter, während Yanni/Josef und Stefan/Manu sportlich nochmal gefordert waren. Bei Stefan und Manu dauerte der Einsatz jedoch nicht allzu lang, da sie ihren Gegnern im 2er Doppel deutlich überlegen waren. Die Mischung aus Stefans Kontrolle und Manus Schlaggewalt machte sich mal wieder bezahlt (6:2, 6:2). Yanni und Josef waren weitaus mehr gefordert und gaben den ersten Satz mit einem Break Unterschied ab. Im zweiten Durchgang schaltete Yanni einen Gang hoch, weshalb die Roher Jungs diesmal ihrerseits ein Break zum Satzgewinn transportieren konnten. Der Matchtiebreak verlief äußerst ausgeglichen, wobei die Herzogenauracher bei Matchball Rohr gute Nerven bewiesen und ihre Chance nutzten (4:6, 6:3, 11:13).
Nachdem drei weitere Gäste ohne Verabschiedung gegangen waren, verlief das abschließende Grillen in etwas kleinerer, aber gemütlicher Runde. Dabei konnten sich unserer Herren I nicht nur über Platz 3 in der Tabelle der Landesliga 1 freuen (stärkste Abschlussplatzierung unserer Historie!) - und sogar nur zwei Matchpunkte auf Platz zwei fehlten -, sondern auch darüber, dass Peppi noch eine weitere Saison mit uns verbringen möchte. Der von Christoph überaus professionell aufgesetzte Vertrag wurde jedenfalls ohne Umschweife unterzeichnet.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Zuschauern, die uns teilweise sogar auf Auswärtsfahrten begleitet haben, für den großen Support und hoffen, dass wir bereits im Winter an unsere Leistungen anknüpfen
können
